„Drei Kreuze und ein Himmel aus Licht“

( zu einem Foto veröffentlicht vom Gottesdienstinstitut der Evang.-Luth. Kirche in Bayern)
„Wenn ich das deute, dann ist mir, als ob schon ein Osterlicht über diesen Kreuzen steht. Dann ist da diese Abbruchkante, die den Horizont bildet. Man weiß nicht, wie es dahinter weitergeht. …Was aber wird man dort sehen? Eine ganz andere Landschaft? Oder setzt sich dieselbe Bergwelt fort, nur einfach etwas tiefer gelegen?…“ Christof Hechtel hat das vor der Pandemie geschrieben.

Was erwartet uns, was kommt auf uns zu, wenn die Coronakrise durchgestanden ist?
Was JETZT ist, erleben wir auf unterschiedliche Weise alle:
Existenzangst – Unsicherheit – Überlastung – Leere – Einsamkeit – Sorge- räumliche Enge…
Menschen werden schwerkrank und sterben. Nahestehende dürfen an den Trauerfeiern nicht teilnehmen. Das vergrößert den Schmerz.
Uns fehlt Nähe: Blickkontakt, vertrauter Geruch, Umarmungen, Küsse, Händeschütteln…
Ähnliches hat Jesus erfahren: Seine engsten Freunde brechen den Kontakt völlig ab. Pilatus, der Vertreter des römischen Staates hat kein Rückgrat, obwohl seine Frau ihm die geträumte Wahrheit mitteilt (Matth. 27,19).
Die Glaubenshüter halten Jesus für anmaßend-gottlos. Ist er Gott los? Hat Gott ihn verlassen? Was ist jetzt sein Wille? (Mk 14,32ff. + 15,34)
Mitten in der Krise erleben wir auch unerwartete Nähe: Rücksicht, Wertschätzung, Dankbarkeit, Fürsorge…
Viele Frauen sind bei Jesus geblieben – wenn auch auf Abstand (Mk 15,40+41). Nach dem Johannesevangelium (19,25-27) waren seine Mutter, seine Tante, Maria von Magdala und sein Lieblingsjünger direkt unter dem Kreuz: ihm also ganz nah.
Wir sehnen uns nach Licht, nach „Normalität“. Wird das Leben wie vor Corona weitergehen oder anders?
Irgendwann wird die Krise vorbei sein!
Wir können uns jetzt schon ausmalen, wie es sein wird, wenn wir unseren Enkeln, Eltern, Großeltern, Freundinnen, Geschwistern das erste Mal wieder auch körperlich nahe sein dürfen.
Wir können uns auf den ersten Kino-, Konzert- oder auch Gottesdienstbesuch vorfreuen.
Und wir dürfen wir auf das Versprechen des Auferstandenen hoffen:
„Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20)
Diese Zusage gilt für ALLE Tage, also auch für jeden einzelnen Coronatag und zwar überall!

Pfarrer Jürgen Mocka/ 27. März 2020

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